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"Regulationsstörungen" im Säuglingsalter


Die vorsprachliche Eltern-Kind-Kommunikation und die frühen Eltern-Kind-Beziehungen
sind für die kindliche Verhaltensregulation von herausragender Bedeutung.
Den Eltern fällt dabei die Aufgabe zu, den Säugling in grundlegenden Regulationsbereichen wie z.B.
der affektiven Regulation, der Schlaf-Wach-Regulation und der Regulation der Nahrungsaufnahme
zu unterstützen und die Selbst-Regulation des Säuglings zu fördern.

Kinder verstehen neue Erkenntnisse über kleinkindliches Verhalten

Exzessives Schreien im ersten Lebenshalbjahr
Anfallsartige, unstillbare Schrei- und Unruheepisoden in den ersten 6 Lebensmonaten
(sog. „Drei-Monatskoliken“) ohne erkennbaren Grund bei einem ansonsten gesunden Säugling. Die Schrei- und Unruheneigung ist zeitlich gebunden an eine Phase physiologischer Reifungs- und Anpassungsprozesse. Letztere können sich auch in einer unterschiedlich stark ausgeprägten Unreife der Schlaf-Wach-Regulation widerspiegeln.
Definition der Schrei- und Unruhephasen als exzessiv in erster Linie anhand der elterlichen Belastungsempfindung: Schrei-/Unruhedauer von mehr als 3 Std. pro Tag an mindestens 3 Tagen der Woche über 3 Wochen.
Schreibabys - Was ist da los ?                          

Schrei-Protokoll zum download (pdf):
bitte Schreizustände protokollieren und mit dem Kinderarzt besprechen


Schlafstörungen
Wiederholtes, kurzes nächtliches Aufwachen ist im Säuglings- und Kleinkindalter physiologisch,
die meisten Säuglinge erwerben allerdings bereits innerhalb der ersten Lebensmonate die Fähigkeit,
ohne wesentliche elterliche Hilfe wiedereinzuschlafen.
Schlafstörungen zeichnen sich dagegen durch die über den 6.Monat hinaus bleibende Unfähigkeit
des Säuglings aus, ohne elterliche Hilfe (wieder-)einzuschlafen. Das deutlich verlängerte,
altersunangemessene Schlafen im elterlichen Bett kann mit kindlichen Verhaltensauffälligkeiten im weiteren Entwicklungsverlauf assoziiert sein.

Fütterstörung im Säuglingsalter
Vorübergehende Fütterprobleme sind im Säuglingsalter häufig und nicht als Störung an sich zu bewerten.
Von einer Fütterstörung ist zu sprechen, wenn die Fütteraktion von den Eltern über >1 Monat
als problematisch empfunden wird. Als objektive Hinweise auf eine Fütterstörung können
jenseits der ersten 3 Lebensmonate folgende Kriterien herangezogen werden:
durchschnittliche Dauer einzelner Fütterungen >45 Minuten oder Intervall zwischen den Mahlzeiten <2 Stunden.

Der Kinderarzt in der Praxis oder in der Sozialpäd.Einrichtung wird spezielle Untersuchungen und
Maßnahmen durchführen, um die Verhaltensauffälligkeiten des Säuglings einzuschätzen
und andere organische Krankheiten auszuschließen


Regulationsstörungen im Säuglingsalter (Leitlinien der Kinder- und Jugendpsychiatrie)

Haben Untersuchungen dieser Art stattgefunden, kann der Kinderarzt
mit Gesprächs- und Beratungstherapie der Familie helfen.

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